OperationRosa
Toleranzgruppe am Gymnasium Eckental

Theaterstück Dreck

 


„Dreck“ am GymEck

„Worüber man nicht reden kann, darüber muss man reden.“ Nur eine kleine Abänderung und schon ist der Sinn des ursprünglichen Sprichwortes, „Worüber man nicht reden kann, darüber soll man schweigen“, völlig verdreht. Ganz nach diesem Motto wurde am 21. Februar diesen Jahres das Theaterstück „Dreck“, initiiert von der Leipziger Kulturschule, für die 8. Klassen in der Mensa aufgeführt. Die Idee, das sozialkritische Ein-Mann-Stück in Eckental aufführen zu lassen, ging auf das Engagement des Schülers Jan Urbanczyk (10a) zurück, der als Mitglied des Wahlunterrichtes „OperationRosa“ die Veranstaltung eigenverantwortlich plante und organsierte.

Zum Stück

Der professionelle Schauspieler Alexander Matakas aus Berlin verkörperte während der einstündigen Aufführung den 30-jährigen nach Deutschland immigrierten Araber namens Sad. Anfangs überraschte er das junge Publikum, indem er den Raum als Rosenverkäufer betrat, um den Zuschauern seine Ware anzubieten, die er doch tatsächlich einigen SchülerInnen verkaufen konnte. Auffallend an der Darstellung war zunächst der arabische Akzent, der die fiktive Herkunft aus dem Orient gezielt untermalte. Darüber hinaus nutzte der Akteur viele verschiedene Vorurteile gegenüber in Deutschland lebenden Menschen mit Wurzeln aus arabischen Ländern, um das Publikum mit typischen Klischees zu konfrontieren. Im Gegensatz dazu scheute die Figur aber nicht davor zurück, ebenso Vorurteile gegenüber den „Deutschen“ aufzugreifen, wodurch die Sinnlosigkeit der Voreingenommenheit im Allgemeinen deutlich zum Vorschein kam. Dies brachte der Schüler Max Gros (8d) in der gemeinsamen Nachbesprechung mit folgendem Satz deutlich auf den Punkt: „Ich esse auch nicht jeden Tag Sauerkraut mit Kartoffeln, trage dabei Lederhosen und lebe in einem Zelt auf dem Münchner Oktoberfest.“ Ob jeder der ca. 120 ZuschauerInnen tatsächlich seine Herkunft wie der eben zitierte Schüler hinterfragte, sei dahingestellt. Mit Sicherheit kann aber gesagt werden, dass „Dreck“ einen sehr guten Beitrag zum sozialen Lernen geleistet hat, wie es das bundesweite Projekte „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ mit diesem Theaterangebot verfolgt. – Für das kommende Schuljahr ist die Aufführung den künftigen 8. Klassen nur zu empfehlen.

 

Tabea Ahner (10a), Malina Freitag (5c), Lisa Körzendörfer (5c)