OperationRosa
Toleranzgruppe am Gymnasium Eckental

Keine Ahnung, was das ist



Für meinen „sogennanten“ Poetry-Slam habe ich mich aus einem bestimmten Grund gegen melancholisches Geplänkel und gegen zum Nachdenken anstoßende Phrasen entschieden: einfach, weil mir zum momentanen Zeitpunkt absolut nichts einfällt, womit ich mich hier nicht zum Affen machen würde. Dies soll auch keine dieser Comedy-Geschichten werden, bei der komplett absurde Themen zur Sprache kommen. Deshalb schreib ich einfach über den Poetry Slam im Allgemeinen und, was er hier in unserem Unterricht zu suchen hat.

Nun, ich gehe davon aus, dass jeder sich die Frage gestellt hat, warum zum Teufel wir so eine Tortur durchlaufen müssen und was diese Slams uns bringen.

Ich werde nun versuchen, die Gedankenströme bestimmter Lehrer zu durchschauen, die solche Vorträge befürworten und diese euch näher bringen. Dazu muss gesagt werden, dass keine meiner folgenden Aussagen mit Beweisen belegt werden kann. Hier geht es jetzt nur um hypothetisches Gerede, von dem ich mich grade absolut überrumpeln lasse.

Punkt Nummer 1:

Förderung der Kreativität:

Diskussionen über das Verkommen der Kreativität der Schüler kommen regelmäßig auf. Vorbeugungsmöglichkeiten? Ganz klar! Ein Poetry-Slam. Da können die Schüler ihren kreativen Gedanken freien Lauf lassen und zeigen, wieviel die Pädagogik an Kreativität schon weggenommen hat. Ich möchte hier natürlich nichts unterstellen, aber wenn man länger drüber nachdenkt (…, was ich, warum auch immer, tat, …) erkennt man doch die eigentlichen Absichten der Schulen. Wie kann man Schüler möglichst nützlich für die Gesellschaft machen. Scheinbar die einzige Frage, die sich manche Pädagogen stellen. Bloß wer fragt mal uns? Ich bemerke gerade, dass ich bei jedem Argument am Ende auf die allgemeine Pädagogik hinauskomme, also werde ich später auch nochmal darüber reden, aber zuerst nochmal ´n bisschen was zum Poetry-Slam.

OKAY! Punkt Nummer 2: Reden vor der Klasse

Ich muss zugeben, gar nicht mal so unfassbar unsinnig, abgesehen davon, dass man mir keinen Schüler nennen kann, der gerne vor der Klasse steht und seinen Mitschülern einen Text vorliest, den er ohne nachzudenken auf dem Computer niedergeschrieben hat, und wer mir doch einen nennen kann, dem würde ich wahrscheinlich nicht glauben.

Meine ziemlich einseitige Argumentationsweise lässt natürlich viel Platz für Gegenargumente, allerdings gehört das Wort grade mir und am Ende wird sich (zumindest hier) sowieso niemand daran erinnern, was ich gesagt habe, da das Desinteresse des Verfassens eines Poetry-Slams sich auch auf das Zuhören bezieht. Zumindest gehe ich davon aus.

Um nicht alles schwarz zu reden und da mir noch etwas Text fehlt, lege ich auch einmal ein gutes Argument vor.

Wenn man Menschen findet, die sich für so etwas Interessieren (Die Nachfrage für Poetry-Slams ist nicht klein), trifft man endlich doch auf eine Menge an Menschen aus der Gesellschaft, die einem zuhört. Sie hören sich an, was man zu sagen hat, nehmen es auf und lassen sich auf den Erzähler ein. Ich weiß durchaus, dass ich grade meinen ganzen mittleren Textblock mit drei Zeilen prinzipiell unbrauchbar gemacht habe. Doch ich möchte bei diesem Aspekt kurz verharren und einen Vergleich anstellen. Vergleichen wir Poetry-Slams mal mit einer bestimmten Musikrichtung, nehmen wir mal Hip-Hop, so bringt beides Menschen mit gleichen Interessen zusammen. Klingt nach einem sehr guten Aspekt. Der einzige Nachteil des poetischen Wörterausspuckens ist, dass man nur eine kleine Menge anspricht.

Ich lasse jedem, der sich dieser Kunst verbunden fühlt, natürlich seinen Freiraum, wenn's dir gefällt, nice. Aber unsere Generation weiß größtenteils nichts damit anzufangen. Wir wollen anderes Zeug machen.

Was will ich mit meinem ganzen Gerede ausdrücken? Lasst uns doch einfach das machen, was wir wollen. Zwingt uns nicht dazu, einen Text zu schreiben und der Klasse vorzutragen oder lasst uns zumindest ein bisschen Mitspracherecht. Es wird von Autonomie geredet und eigenen Meinungen und dann kriegen wir vorgeschrieben, einen Poetry-Slam zu machen.

Ich hol jetzt einfach mal weit aus und komme wie oben versprochen noch mehr auf unsere Pädagogik zu sprechen.

Um genauer zu sein, die Personen, die festlegen, was wir lernen und wie schnell wir es lernen sollen. Wir haben das Unglück, Teil des G8 Systems zu sein. Das heißt, viel Stoff wenig Zeit und so schnell wie möglich die jungen Akademiker auf die Uni und in einen Beruf schicken. Genial! Wir sollen so schnell wie möglich die Wirtschaft antreiben und finanziell unabhängig werden. Dem sind wir uns allerdings nicht immer bewusst, was schon gewissermaßen traurig ist. „Die zukünftige Elite ist eigentlich nur die Sicherung der Zukunft und die Ablagemöglichkeit für die, die irgendwann abtreten. Einfach so schnell wie möglich so viel Sicherheit für die Zukunft schaffen, wie es geht. Nicht ganz meiner Moral entsprechend, aber gut. Doch das Zurückwechseln auf das G9 zeigt, dass wir das schnelle Geld sind, in gewisser Maßen die Panikreaktion auf Probleme, auf die sich keiner momentan konzentriert – bzw. nur wenige.

 

Wer nun meiner wirren Schreibweise und meiner fahlen Ausdrucksform folgen konnte, hat viel Geduld bewiesen und hat nun einen Eindruck meiner zu 50% wahren Meinung. Ich mach dann mal Schluss jetzt.

Also ich hoffe mal, das waren jetzt 5 Minuten.

Amen
JH