OperationRosa
Toleranzgruppe am Gymnasium Eckental

Glosse von Tina Falkner


OperationRosa – Toleranz oder Überheblichkeit?

Aufgrund der steigenden Zahlen von Gewaltdelikten und zunehmendem Rassismus in der Gesellschaft bekommen Gruppen wie „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ so viel Zulauf an Menschen, welche die Welt verbessern wollen, sodass sogar kleinere Untergruppen wie „OperationRosa“ entstehen, deren Sinnhaftigkeit jedoch oft zu bezweifeln ist.

„Wir wollen etwas bewegen!“, so die Mitglieder und der Gründer der Operation.

Und tatsächlich hat das Projekt, das nun schon seit 2011 besteht, keine schlechten Ansätze. Schüler, die freiwillig jeden Montag nach Schulschluss ihre Freizeit opfern, um an Treffen teilzunehmen; die durch Klassen gehen, um neue Mitglieder anzuwerben; die bereit sind, gegen die Ungerechtigkeit in der Welt zu kämpfen, den Schwächeren gegen die Stärkeren zu helfen und sich mit Hilfe einer Lehrkraft zu organisieren. Das, was der Lehrer versucht mit seinen Anhängern auf die Beine zu stellen, ist bewundernswert. Doch leider endet hier auch schon das Lob, und das Zweifeln beginnt.

Das Zweifeln daran, ob der Mentor seinen eigenen Versuch überhaupt ernst nimmt. Die Gruppierung hat, wie es auch schon im Namen steckt, Rosa zur Farbe der Toleranz erklärt. Dem Projekt ist von der Schulleitung ein kleiner Raum überlassen worden, den der Zusammenschluss „Raum für Toleranz“ (RfT) taufte. Die Mitglieder der Organisation haben den Raum rosa gestrichen und mit einem rosa Teppich ausgelegt. Nicht zu vergessen ist auch der rosa Christbaum, der an Weihnachten aufgestellt wurde, und die rosa Flyer, die in der Schule aushängen und ein Mitwirken bei OperationRosa anpreisen. Anstatt ihre freie Zeit sinnvoll zu verbringen oder mit anderen Teilnehmern Aktionen zu planen,

schreiben die Mitglieder die Hymne der Toleranz“,

überlegen sich Schritte für den „Tanz der Toleranz“,                                       

organisieren den Verkauf von „Buttons der Toleranz“

oder gestalten die rosa „Unterhosen der Toleranz“.

Das Schlimmste an jener Gruppierung ist jedoch, dass sie sich anscheinend das Recht herausnimmt, darüber zu urteilen, was oder wer das vermeintlich „Böse“ in einer Gesellschaft ist, um dagegen Akzente zu setzen. Diese Überheblichkeit kann leicht in Fanatismus umschlagen, wie man an anderen extremen Gruppierungen wie dem Ku-Klux-Klan (Anm. d. R.: gewagter Vergleich!) sehen kann.

Aber deswegen muss man jetzt nicht verzweifeln! Denn OperationRosa ist auf einem guten Gedanken aufgebaut und kann vielleicht sogar, irgendwann einmal etwas Großes an der Schule bewegen, auch wenn es bis dahin ein langer beschwerlicher Weg sein wird.

Also drücken wir diesem Verband die Daumen, damit sie uns unseren Schulalltag weiterhin versüßen.