OperationRosa
Toleranzgruppe am Gymnasium Eckental

Glosse von Mona Kliemt

.. zum Thema "GymEck- Gewalt bleibt WEG!"

Das Erfolgsrezept: Respekt mit Gewalt vermitteln

Jedes Jahr dasselbe: Die neuen 5. Klässler kommen und müssen erstmal akzeptieren, dass sie jetzt nicht mehr die Größten an der Schule sind. Die Mittel- und Oberstüfler nutzen das aus, und dann kommt es eben schon mal vor, dass ein 5. Klässler grob zur Seite gestoßen wird, wenn er im Weg steht. – Oft sieht man die Kleinen ja auf den ersten Blick nicht, oder?

Beim Gong zur 1. Stunde stürmen alle Neulinge gleich die Treppe hoch. Dies wird auch oft als sehr störend empfunden; genauso, wenn sie auf den Gängen und in der Aula Fangen spielen und einen dabei fast umrennen. – Da ist es doch auch verständlich, einem 5. Klässler mal in einem etwas lauteren und schärferen Ton die Meinung zu sagen. Darauf folgen dann meist zwei unterschiedliche Arten der Reaktion: Die einen werden eingeschüchtert und flüchten, ohne irgendetwas zu sagen; die anderen lassen das nicht auf sich sitzen und geben eine schnippische Antwort, über die man aber nur lachen kann, also wird sie einfach ignoriert. Dann hat man – zumindest für zwei Minuten – seine Ruhe, bis der Nächste einem beim Rennen auf den Fuß tritt. Die anscheinend allgemein anerkannte Methode, Respekt mit Stärke zu vermitteln, klappt nicht immer, aber sie hat auch seine Erfolge, die eben nicht sanft, sondern mit Gewalt und verbalen Verletzungen erzwungen werden.

Schüler-O-Ton: „Aber irgendwie macht die Schikane ja jeder durch!“ Oder: „Wenn es bislang geklappt hat, Respekt mit Strenge zu vermitteln, dann können wir ja alle genau so weitermachen, oder etwa nicht?“ – Es gibt anscheinend keine anderen Möglichkeiten aus Sicht der ehemaligen Fünftklässler.