OperationRosa
Toleranzgruppe am Gymnasium Eckental

Die Jacke



Für dieses Meisterwerk an Kunst habe ich mir gedacht, nehme ich nicht die Alltagsthemen wie Liebe oder die gesellschaftliche Konventionen, sondern kreiere meine eigene Kategorie mit dem Namen „wenig Inhalt, noch weniger Sinn“ oder „Sinnlos ist das neue Sinnvoll“. Mein erstes Werk dazu heißt „Titellos“. Der Titel ist wahrscheinlich schon kreativer als der Inhalt des Textes zusammen. Falls ihr eine Moral im Text herauslesen könnt, habt ihr den Text schon besser verstanden als ich. Also, ich beginne

Hier stand ich also vor meiner Haustür, alles wäre super an dem sonnigen, warmen Sonntag gewesen, die Sonne schien bei einem wolkenlosem Himmel, hätte ich doch nicht meine schwarze Winterjacke mit dreifacher Füllung getragen, plus Fell an meiner Kapuze, wohlgemerkt. „Aber Eric, wieso trägst du eine Winterjacke im Hochsommer “. Wahrlich eine ausgezeichnete Frage und um sie zu beantworten, muss ich weit, weit zurück. Es war einmal an einem regnerischen Tag, der Himmel war tiefschwarz, als würde ich in die Nacht blicken und die golfförmigen Regentropfen, die im Sekundentakt runterprasselten, erschlugen einen beinahe. Dennoch hatte es gefühlt 300°, klassischer Sommer. Währenddessen saß ich durchgenässt, denn  ja ich wurde vom tsunamiartigen Regen erwischt, und tropfend vor meinem Computer, um eine Regenjacke zu kaufen. Denn noch einmal überlasse ich mich nicht einem Tsunami und mein Regenschirm wurde kläglich in binnen von 10 Minuten bereits zerfleddert. Dabei fiel mir diese schicke schwarze Winterjacke auf, mit Fuchsfell, dem ich einfach nicht widerstehen konnte. Ich habe also die modische Jacke betrachtet, die, wie von 11 von 10 bestätigen, perfekt für die Saison ist. Leider entging mir dabei, dass es erstens Hochsommer ist und zweitens, dass es verdammt nochmal Hochsommer ist, und zack, da ging mein Geld für die Regenjacke dahin. So und nun zurück zum Sonntag. Ich stand weiterhin vor meiner Haustüre in meiner Winterjacke und blickte in den Himmel in Erwartung, dass der Tsunami doch nochmal zuschlägt. Doch dieses Mal war ich vorbereitet. Ich lief die heiße Asphaltstraße entlang in Richtung des nächsten Supermarktes, denn ich wollte noch was zu essen für Mittag kaufen. Doch der Weg war länger, als ich dachte und der Fakt, dass meine Jacke mein Gewicht verdoppelte, erleichterte mir die Sache nicht. Also entschied ich mich nach meinen ersten 10 Metern, doch noch eine wohlverdiente Pause einzulegen – es waren ja nur noch einige Kilometer bis zum Supermarkt. Ich blickte ein weiteres Mal in den Wolkenlosen Himmel hinauf und fragte mich, ob ich vielleicht doch meine Jacke zu Hause lassen sollte, da es keine Anzeichen für einen Regen gab, aber der Weg wäre mir zu lang und ich sagte mir schon länger, dass ich vielleicht mehr Sport machen sollte, und was gibt es Anstrengenderes, als mit einer gefühlt 50 Kilo schweren Jacke bei 30° im Schatten mehrere am Stück Kilometer zu laufen … – Na gut, wenn man halt 100 Kilo nimmt oder etwas länger läuft. – Zwei Klappen mit einer Fliege also. Ich rappelte mich wieder mühsam auf und ging meines Weges, doch ahnte ich nicht das kommende Unheil auf mich zu kommen. Ein Grauen, dem ich nicht gewachsen war:

ZWEI ehemalige Klassenkameraden aus der Grundschule … als ob einer nicht genug wäre. Nein, es mussten gleich zwei sein, abscheulich. Vergeblich versteckte ich mich vor den zwei bekannten Gesichtern, aber wie gesagt… vergeblich. Denn ihren runden Augen entging nichts, und so stehe ich da wie ein Wasserfall. Denn es wurde logischerweise ziemlich heiß unter meiner Jacke, und ich schwärme, in Nostalgie verfallen, von der Zeit in der Grundschule; zumindest tat ich nur so. Denn ab und zu kamen mir Flashbacks von meiner alten Lehrerin: „Brrrrrrr!“, das war eine Tortur auf komplett neuem Niveau. Schrecklich diese Frau. Und nach einigen Minuten von wiederaufkommenden Traumata verabschiedeten sich die zwei auch schon endlich. Naja, ich meine, ich könnte die beiden echt gut leiden… wäre nicht der Fakt, dass ich ihre Persönlichkeit und ihr Auftreten hasse. Ich hasste also im Prinzip alles an ihnen. Nach dieser unvergnüglichen Begegnung schritt ich wieder fort, in Richtung meines Hauses, oder ich rollte eher nach Hause, denn ich bin auf einer Pfütze ausgerutscht, wie auch immer die hierher kam. Denn, wenn es Regen gewesen wäre, hätte ich es gewusst … Das Gefühl konnte ich nicht mehr vergessen, nach diesem schicksalshaften Tag, an dem mein Regenschirm seinen letzten Dienst erwies … und ja, man hätte den Regen auch gesehen, war jedenfalls eine Erfahrung, die ich niemals vergessen werde, der Regen und das Rollen.

Doch angekommen an meinem Haus fiel mir wieder ein, ich musste doch noch zum Supermarkt. Doch ich weigerte mich, die zehn Meter noch einmal zu laufen. Also kam mir die geniale Idee, mein Fahrrad aus den Tiefen meiner Garage zu entnehmen und damit zu fahren. Es klang genial, aber es in die Tat umzusetzen, hatte nicht so funktioniert. Ich brauchte 20 Minuten, um erst auf das Fahrrad zu steigen, denn die Jacke hat es nicht zugelassen, dass ich meine Beine heben konnte, jedenfalls  nicht, ohne umzufallen. Nun ja, letztendlich haben sich zwei Passanten erbarmt, mir zu helfen, nachdem sie mich in einem erbärmlichen Zustand, auf dem Rücken kullernd, gesehen haben. Es hat eine Weile gebraucht, mich hochzustemmen. Doch nach einer geschlagenen Stunde war ich endlich auf meinem Fahrrad und fuhr los. Dabei ging mir komischerweise alles aus dem Weg. Aber rückblickend gesehen, ist es verständlich. Ich hätte auch Angst, wenn ein Panzer auf zwei Rädern von hinten auf mich zufährt. Es hatte auf jeden Fall seine Vorteile.  Angekommen bremste ich ab und versuchte von meine Fahrrad abzusteigen. Aber ich konnte mich selber nicht hochstemmen. Deshalb ließ ich mich einfach zur Seite fallen. Was jedoch ein Fehler war … vom Panzer zur Schildkröte – was für eine ironische Entwicklung. Hilflos lag ich auf dem Rücken und schwenkte mich von Seite zu Seite, eine Zeitlang vergeblich. Als ich endlich die richtige Technik hatte, schwenkte ich mich geschickt auf die Seite und stand auf … wie lange ich wohl schon hier lag? – Ich guckte auf mein Handy und rannte schnell zum Eingang des Supermarktes. Denn Mittagessen war um 19 Uhr schon fällig. BUMMM, ich knallte volle Wucht gegen die Tür … wobei ich nicht zurückgeworfen wurde, sondern die Tür nach hinten fiel. „Sie war anscheinend schon etwas älter“, redete ich mir ein. Dennoch fragte ich mich, wieso die Tür nicht automatisch aufging … ich wagte einen weiteren Blick auf mein Handy und bemerkte, dass ja heute Sonntag war. „Was für ein verdammter Tag“, dachte ich mir, „nicht mal geregnet hat es“. Ich ziehe meine Winterjacke aus und „BÄM !!!“, erschlagen mich die Regentropfen.

ENDE

Das war jetzt mein 1083 Wörter langer Slam, laut Word. Ich hoffe, ihr hattet keinen Spaß. Ich hatte auf jeden Fall keinen. Bei Verbesserungsvorschlägen bitte nicht melden und nicht vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.
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