OperationRosa
Toleranzgruppe am Gymnasium Eckental

Die Anfänge von SORSMC



Patrick Klöß zu den Anfängen von SORSMC am GYMECK

Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage am Gymnasium Eckental

Das Projekt soll spätestens 2014 als P-Seminar erneut an den Start gehen

Bereits vor 4 Jahren, am 9. November 2009, beteiligten sich junge Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Eckental an der Einweihung des Memorial vor dem „Schnaittacher Haus“ in der Forther Hauptstraße, das an die von den Nationalsozialisten ermordeten Fortherinnen und Forther jüdischer Herkunft erinnern soll. Die Schüler interpretierten unter der Regie der Lokalhistorikerin Frau Dr. Martina Switalski Hans Magnus Enzensbergers Gedicht „Die Verschwundenen“ und stiegen, jeder ein Schild mit dem Bildnis eines der getöteten jüdischen Forthers haltend, in eine Kiste mit Kreide und hinterließen bei ihrem langsamen Gang zur Seite symbolisch Fußspuren: Denn die Opfer sind nicht einfach verschwunden, sie haben Spuren hinterlassen. Und mit der Enthüllung des Memorials wird deutlich: Es wird ihrer gedacht.

Im Rahmen seiner Festrede betonte der eckentaler Bürgermeister Wilfried Gläser, dass die Geschichte uns heute noch präge und dadurch fort wirke. Denn nur wer heute zurückblicke, könne nach vorne gehen. Deshalb sei der 9. November auch ein Tag des Erinnerns und „wir gedenken heute eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte – einem Zivilisationsbruch“. Ein Zivilisationsbruch, wenn auch in deutlich geringerem Umfang, ist auch im Laufe der vergangenen Jahre enthüllt worden und erschütterte die deutsche Gesellschaft. Die Morde des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ an türkischen Mitbürgerinnen und Mitbürger zeigten, dass in Deutschland auch im Jahre 2013 immer noch ein aufkeimender und latenter Fremdenhass vorhanden ist. Umso wichtiger ist es nun, vor allem jungen Menschen die Themen „Rassismus“ und „Antisemitismus“ in Form von Projektarbeit an den Schulen näherzubringen und Wege aufzeigen, wie jeder einzelne gegen Rassismus vorgehen kann. Denn wie schon Wilfried Gläser in seiner Rede betonte, ist es wichtig, den Blick zurückzuwerfen, um nach vorne gehen zu können. Und hinter uns liegen die schrecklichen Jahre des NS-Regimes und die Taten des NSU. Nun ist es an der Zeit, aus der Vergangenheit zu lernen, um die Zukunft besser gestalten zu können.

Auch das Gymnasium Eckental möchte diesen Weg weiter gehen und seinen Schülerinnen und Schülern Arbeitskreise anbieten, in denen sie ähnliche Aktionen, wie die Einweihung des Forther Mahnmals, durchführen können und an ihrer Schule das Thema „Rassismus“ und die Maßnahmen dagegen präsent halten können. Konkret soll voraussichtlich ab 2014 ein P-Seminar angeboten werden, das genau diese Inhaltsschwerpunkte vertritt und den Schülerinnen und Schülern aus der Oberstufe, die sich sozial engagieren und aktiv gegen Rassismus vorgehen wollen, eine entsprechende Arbeitsatmosphäre bietet. Pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien ist dann jeder am Gymnasium Eckental und hoffentlich auch darüber hinaus im Stande, Rassismus die Rote Karte zu zeigen!

(Das Projekt „SORSMC“ am GymEck rief ursprünglich die Lehrerin Frau Steigerwald ins Leben und wird seit 2012 von OR mitgetragen!)