OperationRosa
Toleranzgruppe am Gymnasium Eckental

Der Weg



Eine leere Schale, keine Gedanken, Frust und Trauer, keine Perspektive, kein Ausweg, nur die Hoffnung auf Besserung.

Selber Tag, immer wieder und wieder, kein Spaß nur die Hoffnung auf Gleichgesinnte. Der Frust treibt an, die Verzweiflung schiebt weiter und keiner da, um dafür zu kämpfen.

Tag für Tag immer dasselbe und ohne Aussicht, nur weiter.

Veränderung ist gefragt, die Menschen wollen anders und ich bin einer.

Spannende Phase, die Freude kommt, alle versuchen’ s, alle zieh’ n an einem Strang. Veränderung wird kommen, Veränderung wird kommen … und es wird besser.

Es bilden sich Gemeinschaften. Gruppen, alles unterstützt ihn, auch ich bin einer, mit vollem Einsatz, vielen Gedanken, Zuversicht und Freude, eine glorreiche Zukunft …

Besserung, es wird besser.

Immer mehr, immer mehr und ich bin einer. Gleiche Gefühle, gleiche Gedanken und dasselbe Ziel.

Es gibt keine Gegner, nur die unseren, … und wir sind eins, wir feiern zusammen, wir haben Freude … die Veränderung war gut und ich, als einer von ihnen, weiß, es wird noch besser.

Ich trete ein, ich habe Freunde gefunden. Zusammen glauben wir. Wir unterstützen, wir als Teil der Gesellschaft. Es geht voran, immer weiter und weiter, bis an die Spitze des Landes, und von dort aus rüber …

Ich bin wichtig, bin ein Vorsitzender. Meine Freunde und ich … und die gesamte Stadt, alle glauben an die Zukunft und an das, was noch folgt.

Was als nächstes kommen kann? – Ob er kommt, um eins zu sein, eine große Gemeinschaft … und nicht nur hier … sondern im ganzen Land.

Der Siegeszug beginnt, Menschenmassen jubeln, sie haben Hoffnung und Zuversicht gegeben und ich bin einer, bin wichtig.

Viele Menschen bedanken sich, haben Freude erkannt, Zuversicht entdeckt, haben Gedanken geteilt, haben Licht erfahren, … auch ich. Ich brauch mehr, will mehr, mache, will mich

einsetzen, … muss weitermachen, muss mehr arbeiten, muss es schaffen … ich bin wichtig.

Sieg, Sieg, Sieg, wir haben´s geschafft. Es wird gejubelt, gefeiert mit Freunden, die Zukunft gesichert. Er bedankt sich, geht auf das Wunder ein. Mehr Veränderung wird kommen. Mehr Veränderung. Bessere, denn ich weiß es, bin wichtig, bin ein Offizier.

Es geht voran, immer weiter, bis an die Spitze. Es werden Vorbereitungen getroffen, wir breiten uns aus, werden bejubelt von Menschen mit selben Gedanken, der Freude, der Zuversicht, der erfüllten Hoffnung.

Der Süden begrüßt ihn, alle feiern, auch ich, mit meinen Freunden, bin wichtig.

Andere verachten uns, misstrauen uns, sie haben aber keine Chance. Die Veränderung wird kommen, sie wir kommen … und ich weiß, sie wird gut …

Voran, voran und alle schreien „ja“!

Es geht weiter und weiter, und weiter und nichts kann uns aufhalten, noch die Verachtung, noch die Verborgenen, die Vorbereitung geht weiter, alles ist bereit …

Die Tore stehen offen, wir warten auf das Jubeln, die Freude, die Gedanken … und ja, die Veränderung war gut. Menschen feiern, sie träumen und ich bin einer, bin wichtig, bin General.

Er kennt mich, er nennt meinen Namen, er spricht zu mir und lobt mich … doch ich muss weiter machen, muss besser werden, darf nicht enttäuschen, diese Hoffnung, Freude, Zuversicht, meine Freunde, muss weiter machen.

Und Sieg, ein weiteres Mal. Die Menschen sind glücklich, wissen gar nicht, wohin mit der Freude und ich war einer von ihnen, bin wichtig, bin ein Teil von ihnen, feiere mit ihnen, teile Gedanken, teile Hoffnung, erfülle Wünsche, bin einer von ihnen, bin wichtig.

Das Verachten ist besiegt und das Misstrauen unterdrückt. Gute Laune überall. Er ist der Held, alles war für ihn, wir singen für ihn, wir grüßen für ihn.

Ich bin wichtig, hab viele Gedanken, Geschichten und Ideen, viel Freude, Euphorie – die Zukunft voraus kann uns niemand nehmen, die Hoffnung ist vollendet, die Wünsche fast komplett erfüllt, nichts kann uns stoppen, wir sind stark, eigentlich …

Denn Hochmut schleicht sich unter.

Verwundet sind wir. Verwundet. Getroffen an sind wir an der schwächsten Stelle, unerwartet, unverhofft. Wo ist die Stärke? – Wo ist die Einheit? Die Zuversicht schrumpft, die Freude geht.

Misstrauen und Verachtung erstarken … wir haben ein Problem, und ich bin einer davon.

Wir befinden uns in Notstand, die Ausbreitung geht zurück, die Menschen jubeln, nichts ahnend von der Angst der Obrigkeit.

Die Angst umschließt uns, sie zerstört unsere Hoffnungen, unsere Wünsche, sie zerstört uns, und ich bin einer davon.

Er zieht sich zurück, wir werden überrannt, der Süden fällt, die Menschen … sie wissen nicht, wie es weitergeht. Die Veränderung kommt, und sie ist schlecht. Niemand weiß, wie es weiter geht, alles bricht zusammen. Chaos kommt auf, Gedanken verfliegen, die Zukunft zerstört, den Ausweg versperrt … und das sieht auch er.

Die Angst umschlingt, er sieht keine Lösung mehr. Es ist vorbei für ihn, er bringt sich um … und mit ihm stirbt alles.

Eine leere Schale, gefüllt mit Angst, keine Gedanken, Frust und Trauer, keine Perspektive, keinen Ausweg, keine Hoffnung auf Besserung … keine Zukunft.

So geht es nicht weiter – ich kann nicht mehr, bin nicht wichtig, bin ausgestoßen, bin alleine – ich geh zu ihm.
KG