OperationRosa
Toleranzgruppe am Gymnasium Eckental

„Kicker, Kämpfer und Legenden“


Eröffnungsveranstaltung der Ausstellung „Kicker, Kämpfer und Legenden. Juden im deutschen Fußball“

Die Mensa des Gymnasium Eckental war am 7. November 2012 bis zum Rand gefüllt und alle Interessierten erwarteten mit Freude die Eröffnung der Ausstellung „Kicker, Kämpfer und Legenden. Juden im deutschen Fußball“, die vom P-Seminar Geschichte „Juden im Eckentaler Fußball“ in Zusammenarbeit mit dem Gräfenberger Sportbündnis sowie der SMV-Gruppe „OperationRosa“/SORSMC“ organisiert worden war. Die Feierlichkeiten bildeten den offiziellen Beginn der zwei Wochen dauernden Ausstellung des Centrum Judaicum, welche die Schüler des Gymnasiums von da an in ihrer Aula betrachten konnten.

Die Führung durch das Programm übernahmen Markus Feiler, Mittelstufenbetreuer der Schule, und Diana Hopfner, Fachbetreuerin Geschichte. Nach der anfänglichen Begrüßung durch den Schulleiter Herrn Friedrich Arnet hielt der Seminarist Felix Wurzberger eine Rede, in der er die Ziele des Seminars unter der Leitung des Lehrers Herrn Daniel Michl darstellte. Ihm folgte die erste Gastrednerin. Dabei handelte es sich um die Lokalhistorikerin Frau Dr. Martina Switalski, die sich seit Langem mit der Vergangenheit der jüdischen Bevölkerung in Eckental beschäftigt, und bereits wissenschaftliche Ergebnisse in ihrem Buch „Shalom Forth“ veröffentlichte, das sich mit dem jüdischen Leben und dessen Auslöschung durch die Nazis im Nachbarort Forth befasst. Des Weiteren sah es die Geschichtsforscherin als ihre selbsterwählte Pflicht an, die Schüler des P-Seminars Geschichte zur Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in der Region zu motivieren und bat diesen ihre Hilfe bei der Erarbeitung der eigenen Ausstellung an, welche nach dem Vorbild von „Kicker, Kämpfer und Legenden“ in einem Jahr Gestalt annehmen soll.

Nach kunstvollen Musikeinlagen des Flötenvirtuosen Christoph Gebhardt kam Ludwig Haas, Leiter des Gräfenberger Sportbündnisses, zu Wort. Nach ihm seien auch heute noch Rassismus und Ausgrenzung ernstzunehmende Themen in der Gesellschaft, weshalb er nicht nur zu Toleranz und Akzeptanz gegenüber ethnischen Minderheiten und Mitbürgern mit Migrationshintergrund aufrief, sondern auch generell zu einem menschlich vorbildlichen Umgang im Alltagsleben aufforderte. Darüber hinaus lege das Bündnis besonderen Wert darauf, das respektvolle Miteinander zu pflegen. Dem bundesweit populären Bündnis gehören neun Vereine der Umgebung an, bei denen viele unserer SchülerInnen Mitglieder sind. Gemeinsam versuchen die Mitwirkenden der Vereine, den genannten Negativerscheinungen durch unterschiedliche Maßnahmen im Vorfeld präventiv zu begegnen. Dieses Vorhaben wurde auch 2011 mit dem Julius-Hirsch-Preis prämiert (vgl. Medien und http://sitefabrik.de/kunden/gfrt/ ).

Ernst Grube als Opfer des NS-Regimes

Im weiteren Verlauf der Eröffnungszeremonie berichtete der Zeitzeuge Ernst Grube von der Verfolgung und Deportation seiner Familie unter dem Regime Adolf Hitlers. Ungebrochen, detailliert und ergreifend erzählte er von den Grausamkeiten des Dritten Reichs und ging mutig auf Fragen der Zuhörer ein.

Die Ausstellung selbst wurde in der Aula aufgebaut und war vom 5. bis zum 16. November für jedermann zu besichtigen. Sie bestand aus Plakatwänden und der begleitenden Broschüre, die unter anderem bekannte jüdische Fußballspieler präsentierte, die unter der Herrschaft Hitlers nicht nur das Spielen aufgeben mussten, sondern auch verfolgt und ermordet wurden. Die Aufgabe des P-Seminars ist es, die Schicksale etwaiger jüdischer Fußballspieler in der Region Eckental aufzudecken und zu dokumentieren. Dabei bauen die Schüler auf die Kooperation der umliegenden Vereine und Gemeinden, die den Zugang zu den Archiven und somit die Aufarbeitung der Vergangenheit ermöglichen dürften. Nicht zuletzt wollen sich die Schüler gemeinsam mit den Schulorganisationen „Operation Rosa“/„Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“ (www.operationrosa.de) für Toleranz in der Gesellschaft und im Schulalltag einsetzen. Alles in allem war die Eröffnung der Ausstellung „Kicker, Kämpfer und Legenden“ für das Projekt-Seminar ein guter und erfolgreicher Start in die Tiefe der Recherche.

                                                                                           Florian Jäger und P-Seminar